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Sperrfrist: wie lange sie läuft und was danach passiert

Die Sperrfrist ist die Zeit, in der keine neue Fahrerlaubnis erteilt werden darf. Sie wird häufig mit einem Fahrverbot verwechselt und fast ebenso häufig mit der Vorstellung, danach liege der Führerschein wieder im Briefkasten. Beides stimmt nicht.

Ratgeber, Recht. Lesezeit etwa 6 Minuten. Stand September 2026.

Blick in den Rückspiegel eines Autos

Sperrfrist oder Fahrverbot

Die beiden Begriffe beschreiben zwei verschiedene Dinge und der Unterschied entscheidet über Monate.

Fahrverbot
Der Führerschein wird für eine bestimmte Zeit verwahrt, danach erhalten Sie ihn zurück. Die Fahrerlaubnis bleibt bestehen.
Entziehung mit Sperrfrist
Die Fahrerlaubnis ist weg. Nach Ablauf der Frist müssen Sie sie neu beantragen.

Ausführlich steht der Unterschied in den Fragen zum Recht.

Wie lange die Frist läuft

Das Gericht setzt die Sperrfrist im Urteil fest. Der gesetzliche Rahmen reicht von sechs Monaten bis zu fünf Jahren, in besonderen Fällen kann sie für immer angeordnet werden. In der Praxis liegen die Fristen nach einer Trunkenheitsfahrt häufig zwischen neun und fünfzehn Monaten.

Gerechnet wird ab Rechtskraft des Urteils. Die Zeit, in der der Führerschein vorläufig entzogen oder beschlagnahmt war, wird in der Regel angerechnet. Wie viel genau, steht in Ihrem Urteil.

Wann die Frist vorzeitig enden kann

Das Gericht kann die Sperre vorzeitig aufheben, wenn Grund zu der Annahme besteht, dass Sie zum Führen von Kraftfahrzeugen nicht mehr ungeeignet sind. Gemeint sind damit keine guten Vorsätze, sondern Nachweise.

  • eine abgeschlossene verkehrspsychologische Maßnahme
  • ein Abstinenznachweis über einen längeren Zeitraum
  • eine nachvollziehbare Erklärung, was sich seit der Tat geändert hat

Der Antrag geht an das Gericht, das die Sperre verhängt hat. Ein Anspruch auf Verkürzung besteht nicht und ein abgelehnter Antrag kostet Zeit und Geld.

Was nach dem Ablauf passiert

Mit dem Ende der Sperrfrist darf die Behörde wieder erteilen. Sie muss es aber nicht und von allein tut sie gar nichts. Der Antrag auf Neuerteilung kommt von Ihnen und erst dann beginnt die Prüfung.

An dieser Stelle kommt bei vielen die medizinisch-psychologische Untersuchung ins Spiel. Die Sperrfrist endet, die Anordnung bleibt. Wie der Antrag abläuft, steht im Beitrag zur Neuerteilung.

Der teuerste Irrtum

Wer nach Ablauf der Frist ohne Neuerteilung fährt, fährt ohne Fahrerlaubnis. Das ist eine Straftat nach § 21 Straßenverkehrsgesetz.

Die Frist selbst nachrechnen

Viele wissen nicht genau, wann ihre Sperre endet. Dabei lässt sich das Datum aus dem Urteil ablesen, wenn man weiß, wonach man sucht.

  1. Datum der Rechtskraft feststellen, nicht das Datum der Verhandlung
  2. die im Urteil genannte Dauer der Sperre addieren
  3. die Zeit der vorläufigen Entziehung abziehen, soweit das Gericht sie anrechnet
  4. das Ergebnis mit der Mitteilung der Behörde abgleichen

Rechtskraft tritt ein, wenn kein Rechtsmittel mehr möglich ist. Wer in der Verhandlung auf Rechtsmittel verzichtet hat, für den ist das der Tag der Verhandlung. Wer Berufung eingelegt hat, für den zählt erst das Ende dieses Verfahrens.

Stimmt Ihr Ergebnis nicht mit der Auskunft der Behörde überein, fragen Sie schriftlich nach. Eine Differenz von Wochen ist keine Kleinigkeit, wenn davon ein Arbeitsplatz abhängt.

Was während der Sperre möglich ist

Die Sperre verbietet die Erteilung einer Fahrerlaubnis. Sie verbietet nicht, die Zeit zu nutzen. Drei Dinge lassen sich vorbereiten, ohne dass etwas verfällt.

  • Akteneinsicht beantragen und den Registerauszug anfordern
  • eine verkehrspsychologische Beratung beginnen, wenn eine vorzeitige Aufhebung in Frage kommt
  • einen Abstinenznachweis starten, wenn absehbar ein Gutachten verlangt wird

Der Abstinenznachweis ist der Punkt, an dem Monate verloren gehen. Er läuft über sechs oder zwölf Monate und er beginnt erst mit der ersten Kontrolle. Wer damit wartet, bis die Sperre abgelaufen ist, verlängert seinen eigenen Weg um genau diese Zeit.

Fahrzeuge unter der Grenze

Ob Sie während der Sperre ein Fahrzeug bis 25 Kilometer pro Stunde führen dürfen, hängt davon ab, was das Gericht angeordnet hat. Es steht in Ihrem Urteil und nur dort.

Drei Sätze, die falsch sind

Nach der Sperre bekomme ich den Führerschein automatisch zurück

Falsch. Die Behörde erteilt neu und zwar auf Antrag. Ohne Antrag passiert nichts, egal wie lange die Frist abgelaufen ist.

Die MPU verfällt mit der Sperrfrist

Ebenfalls falsch. Die Frist und die Anordnung sind zwei verschiedene Dinge. Die eine endet, die andere bleibt in der Akte.

Im Ausland gilt die Sperre nicht

Das stimmt so nicht. Eine während der Sperre erteilte ausländische Fahrerlaubnis kann in Deutschland die Anerkennung verlieren. Wer damit fährt, riskiert den Vorwurf des Fahrens ohne Fahrerlaubnis.

Alle drei Sätze hören wir regelmäßig im Erstgespräch und alle drei kosten Menschen jedes Jahr ihre Freiheit von einer zweiten Strafe.

Das Urteil richtig lesen

Vieles, worüber später gestritten wird, steht schon im Urteil. Drei Stellen lohnen den zweiten Blick.

Der Tenor

Dort steht, welche Strafe verhängt wurde, ob die Fahrerlaubnis entzogen wurde und wie lange die Sperre läuft. Steht dort eine Ausnahme für bestimmte Fahrzeugarten, gilt sie, sonst nicht.

Die Anrechnung

Ein Satz, häufig am Ende: Die Zeit der vorläufigen Entziehung wird auf die Sperre angerechnet. Fehlt er, ist das ein Grund, nachzufragen.

Die Gründe

Hier steht, worauf das Gericht abgestellt hat. Genau diese Passage nimmt später die Fahrerlaubnisbehörde zur Hand, wenn sie über eine Untersuchung entscheidet.

Wer sein Urteil nicht mehr hat, bekommt eine Kopie über das Gericht oder über die Akte.

Was sich heute schon erledigen lässt

  • Registerauszug anfordern, er ist kostenlos
  • Akteneinsicht beantragen, formlos und ohne Begründung
  • das Urteil heraussuchen und das Ende der Frist selbst nachrechnen

Drei Vorgänge, zusammen etwa eine halbe Stunde Arbeit. Danach steht fest, worüber überhaupt zu entscheiden ist.

Sperrfrist und Ausland

Eine laufende deutsche Sperrfrist wirkt auch auf ausländische Fahrerlaubnisse. Wird eine Fahrerlaubnis während der Sperre erteilt, kann die Anerkennung in Deutschland versagt werden.

Deshalb prüfen wir vor jeder Annahme, ob eine Sperrfrist läuft. Läuft sie, beginnen wir nicht. Das ist keine Vorsicht, sondern die Bedingung dafür, dass der Weg überhaupt trägt.

Wer das geschrieben hat

Redaktion fuehrerscheinhilfe.com. Der Beitrag beschreibt den allgemeinen Stand und ersetzt keine Rechtsberatung im Einzelfall. Verbindliche Aussagen zu Ihrem Fall erhalten Sie im Erstgespräch, den rechtlichen Rahmen prüft Peter Manthey, Fachanwalt für Verkehrsrecht.

Bildnachweis: Motiv aus einer Bilddatenbank, Bearbeitung durch den Anbieter. Abgebildete Personen sind Modelle und nicht die im Text genannten Personen. Vollständige Nachweise im Impressum.

Stand: 16. September 2026

Ihr Fall

Ob der Weg über die Emirate in Ihrem Fall trägt, hängt an Ihrer Akte. Das prüfen wir kostenlos, im Erstgespräch.

Häufige Fragen dazu

Alle Fragen und Antworten

Was zur Sperrfrist am häufigsten gefragt wird.

Wann genau beginnt die Sperrfrist?

Mit der Rechtskraft des Urteils. Die Zeit der vorläufigen Entziehung wird in der Regel angerechnet, das genaue Datum steht in Ihrem Urteil.

Kann ich während der Sperrfrist im Ausland fahren?

Die Sperre gilt zunächst für das Inland. Ob und wie andere Staaten sie berücksichtigen, hängt an deren Recht. Wer mit einer während der Sperre erteilten Fahrerlaubnis in Deutschland fährt, riskiert ein Strafverfahren.

Verkürzt eine MPU die Sperrfrist?

Sie kann Teil der Begründung für eine vorzeitige Aufhebung sein. Über die Verkürzung entscheidet das Gericht, nicht die Begutachtungsstelle.

Woher weiß ich, wann meine Sperre endet?

Aus dem Urteil: Datum der Rechtskraft plus die dort genannte Dauer, abzüglich der angerechneten vorläufigen Entziehung. Die Behörde nennt Ihnen das Datum auf Anfrage ebenfalls.

Kann ich den Antrag auf Neuerteilung vorher stellen?

Ja und das ist üblich. Drei bis sechs Monate vor Ablauf ist ein guter Zeitpunkt, weil die Prüfung der Behörde Wochen dauert.

Zählt die Zeit bis zum Urteil mit?

Die Zeit der vorläufigen Entziehung wird in der Regel angerechnet. Wie viel genau, entscheidet das Gericht und schreibt es ins Urteil.

Was ist eine lebenslange Sperre?

In besonders schweren Fällen kann das Gericht die Sperre für immer anordnen. Eine spätere Aufhebung ist möglich, sie verlangt aber erhebliche Nachweise.

Muss ich den Ablauf der Frist selbst überwachen?

Ja. Von allein meldet sich niemand. Die Behörde wird erst tätig, wenn Ihr Antrag vorliegt.

Was passiert mit dem alten Führerschein?

Bei einer Entziehung wird das Dokument eingezogen. Zurück erhalten Sie es nicht, nach einer Neuerteilung wird ein neues ausgestellt.

Wo finde ich verbindliche Auskünfte zu meinem Fall?

Verbindlich ist immer die zuständige Fahrerlaubnisbehörde, für rechtliche Fragen ein Anwalt für Verkehrsrecht. Dieser Beitrag beschreibt den allgemeinen Stand, Ihre Akte kennt er nicht. Im kostenlosen Erstgespräch gehen wir sie gemeinsam durch und sagen Ihnen, welcher Weg in Ihrem Fall trägt und welcher nicht.

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